Grundsätzlich ja – aber mit wichtigen Einschränkungen. Die Suche nach archäologischen Funden ist in fast allen Bundesländern genehmigungspflichtig (Nachforschungsgenehmigung / NFG). Auf öffentlichen Spielplätzen oder Stränden nach verlorenen Alltagsgegenständen zu suchen braucht in der Regel keine amtliche Genehmigung – aber stets die Erlaubnis des Eigentümers.
Recht & Genehmigung Was darf ich, was nicht – einfach erklärt
Darf ich hier sondeln? – Entscheidungsbaum
Bayern nimmt eine Sonderstellung ein: Kein genereller Genehmigungszwang, kein Schatzregal – Finder und Grundstückseigentümer teilen Funde hälftig. Schleswig-Holstein ist am restriktivsten: Immer Genehmigung, Verstöße = Straftatbestand.
| Bundesland | Regelung |
|---|---|
| Bayern | ✓ Kein Genehmigungszwang (außer Bodendenkmäler) |
| Schleswig-Holstein | ✗ Immer Genehmigung, Verstoß = Straftat |
| NRW, Hessen, Sachsen u.a. | Nachforschungsgenehmigung (NFG) erforderlich |
| Alle anderen Bundesländer | Je nach Situation – Landesamt befragen |
- Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete
- Bodendenkmäler (Grabhügel, keltische/römische Anlagen) – ohne NFG verboten
- Militärische Sperrgebiete und Kampfmittelverdachtsflächen
- Privatgrundstücke ohne Erlaubnis
- Eingesäte Felder, Schonungen, Anpflanzungen
- Wasserschutzgebiete Kategorie I und II
Antrag beim zuständigen Landesamt für Denkmalpflege stellen.
- Formloser schriftlicher Antrag (Post, E-Mail oder online)
- Lageplan der Suchflächen (Maßstab 1:5.000 üblich)
- Angaben zu verwendeten Geräten
- Betretungserlaubnis des Grundstückseigentümers
In der Regel ja, wenn das Ziel verloren gegangene Alltagsgegenstände sind und kein Bodendenkmal vorliegt.
- Eigentümer (Gemeinde) um Erlaubnis bitten
- Keine Löcher offen lassen, Schrott mitnehmen
Das Schatzregal gilt in fast allen Bundesländern außer Bayern: Archäologisch bedeutsame Bodenfunde werden automatisch Landeseigentum.
- Historische Funde müssen gemeldet werden
- Nicht einfach verkaufen oder einbehalten
- Bayern: hadrianische Teilung – Finder und Eigentümer je 50 %
- Bußgelder bis zu mehreren tausend Euro
- Beschlagnahme von Gerät und Funden
- Bei Raubgrabungen: Geld- oder Freiheitsstrafe
- In Schleswig-Holstein: direkt Straftatbestand
Für viele Sondengänger ja. Die DSU bietet rechtliche Unterstützung, ein etabliertes Netzwerk, Erfahrungsaustausch und Flyer für Gespräche mit Förstern und Behörden. DSU-Mitglieder wurden bisher in keinem Verfahren verurteilt.
Fundorte & Suchgebiete Wo findet man wirklich etwas?
Fundort-Typen & ihr Potenzial im Überblick
Die Gebietsrecherche ist entscheidender als das teuerste Gerät. Wer schlechte Flächen absucht, findet nichts.
- Historische Karten: TK25, Urkataster, BayernAtlas, GEOPORTAL-Dienste. Flurnamen wie „Am Mühlweg" oder „Hohle Gasse" sind heiße Hinweise.
- LiDAR-Scans: Kostenlos über die Geoportale der Bundesländer – man erkennt alte Wege, Grabhügel, Strukturen.
- Ortschroniken & Heimatbücher: Beschreiben vergangene Marktplätze, Schlachtfelder, Siedlungen.
- Google Earth historisch: Eingeebnete Gehöfte und alte Wege oft sichtbar.
- Geoportale der Bundesländer – kostenlose Karten, Luftbilder, LiDAR
- BayernAtlas / GeoServer NRW / Brandenburg-Viewer
- Messtischblätter aus dem 19./frühen 20. Jh. – kostenlos im SLUB-Archiv
- Oldmapsofgermany.de – historische topographische Karten
Für Kinder & Einsteiger Der richtige Start ins Hobby Sondengehen
Nokta Midi Hoard
- Leicht & handlich (unter 500 g)
- Kinderfreundliche Bedienung
- Wasserdicht für Strand & Bach
- Verstellbares Gestänge
Quest X1 IDmaxX
- Leitwertanzeige (IDmaxX-Technologie)
- Leicht & robust gebaut
- 3 Suchmodi voreingestellt
- Ideales Preis-Leistungs-Verhältnis
Minelab GO-FIND 22
- Faltbar – passt in jeden Rucksack
- App-Steuerung via Bluetooth
- Sofort einsatzbereit, kein Einrichten
- Leicht (nur 1 kg)
Es gibt kein Mindestalter – das Hobby ist für Kinder ab ca. 6 Jahren mit einem Erwachsenen geeignet.
- 6–10 Jahre: Nokta Midi Hoard, Minelab GO-FIND 22 – leicht, einfach, Spielplatz oder Sandstrand perfekt!
- 10–15 Jahre: Quest X1 IDmaxX oder ähnliche Einsteiger-Detektoren
- Ab 16 Jahre: Alle Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte
- Zu schnell schwenken: Spule langsam und bodennah führen – sonst werden Signale verpasst.
- Kein Pinpointer: Ohne Pinpointer gräbt man doppelt so lange – unbedingt dazukaufen!
- Schlechtes Suchgebiet: Der beste Metalldetektor findet nichts auf leerem Boden.
- Löcher offen lassen: Jedes Loch sofort schließen – Grasnarbe festdrücken.
- Billigdetektor kaufen: Geräte unter 100 € enttäuschen meist. Lieber gebrauchte Markenware.
- Ohne Erlaubnis sondeln: Immer erst fragen – auch bei leer wirkenden Feldern!